Dieser Artikel ist die auf Deutsch zusammengefasste Version der Artikelnserie auf Französisch "Shape du Pani Piyo 2007". Ich erkläre wie ich mein Kajak geformt und gebaut habe, mit der Hoffnung dass einige von euch dazu angeregt werden das Gleiche zu machen.


Arbeitsvorgang / Zusammenfassung: Die Form wird mit Styropor geformt. Es sind Platten (100 * 50 * verschiedenen Stärken, bei jedem Bauhaus/Obi zu finden) welche ich zusammen geklebt habe (mit Epoxyharz) um einen Block der gewünschten Größe zu haben. Ich arbeite mit einem heißen Draht um die Profile zu schneiden, mit Hilfe von Schablonen aus Karton. Nachdem die Form fertig ist, wird mit Polyesterharz und Fiberglasmatte darüber laminiert. So bekomme ich eine Positivform, die dann zum Kajakbau benutzt werden kann!


Schneiden der Profile mit heißem Draht: meiner Meinung nach, eine der wichtigsten und am spannendsten Stufen vom Kajakbau, ist wenn man die Schablonen auf Karton zeichnet und schneidet. Um grosse Kartonstücke zu finden soll man z.B. bei IKEA oder Obi fragen ob sie benutzte Verpackungskartons liegen haben. Hier entwickelt sich das Design am meisten, weil der Rest der Arbeit fast "nur mehr" aus Kantenschleifen besteh. Vorsicht, man soll die Seitenschablonen nicht zu knapp zeichnen, besonders wenn ihr z.B einen runden Deck haben wollt!. Die Schablonen werden auf dem Styroporblock mit Doppelkleberband und Nägel befestigt. Sie müssen genau plaziert werden damit der Schnitt nicht schief wird.


 

Der Heißdraht ist grundsätzlich ein Kurzschluss. Vorsicht mit Strom! Man muss 2 Dingen beachten:

- der Transformator muss ungefähr 12V und 50VA liefern, NICHT OHNE TRANSFORMATOR IN DER STECKDOSE STECKEN

- der Draht ist ein (rostfreier) Klavierseitendraht (kein normaler Eisendraht), mit Stärke von ca. 0,8 mm und Widerstand von ca. 5 Ohm/m.


Ich kenne mich leider zu wenig aus mit Strom um mehr zu sagen.

 


  

Hier das Profilschneiden: es ist gut bei diesen Arbeitsschritt wenn man zu zweit arbeitet, mit einer Graduierung z.B. alle 10cm, um sicher zu sein dass beide Personen gleich schnell vorgehen


 

 
Um die andere Sicht  zu schneiden, muss man die vorher geschnittene Seitensicht vorläufig wieder kleben (mit doppeltseitigem Klebeband), weil die Schablonen auf eine ebene Fläche plaziert werden müssen.


 

 

  Die Form Roh nach dem Eisendrahtschnitt:


 


Formen der Kanten und des Decks:

 

Nun soll eure Form symetrisch sein und man kann samit anfangen, die Kanten vom Unterschiff  zu schneiden.


Ich
mache das auch mit einem Heißdraht indem ich zwei Linien zeichne, und nach diesen Linien mit dem Draht schneide (ohne Schablone). Es ist auch hier gut zu zweit zu sein, damit sich jeder auf eine Linie kozentrieren kann. Auch wichtig ist, nicht zu nah an der Linie mit dem Draht zu sein, um unvermeidbare "Zitterfehler" zu vermeiden.

 


 


 Nachdem, muss man die Kanten schleifen, und der Unterschiff ist fertig!


 


Man kann auch für das Deck so vorgehen, nämlich eine grobe Arbeit mit dem Draht, und anschließend schön schleifen.


 


Um den Süllrand zu formen habe ich ein Holzstück geschnitzt, und ein Schleifpapier daraufgeklebt.


 


 Nach schönem Schleifen ist die Form fertig:


 


Man hat ab diesem Moment verschiede Möglichkeiten. Ich habe früher "one-shot" Kayaks gebaut, nämlich direkt über das Styropor laminiert (Achtung, das geht nur mit Epoxyharz!!!), und anschließend das Styropor entfernt. Das Boot war fertig!


Dieses Mal habe ich eine Art Modell gebaut, aber keine Negativform, sondern einfach eine Positivform, über welche mehrere Boote gebaut werden können. So geht es:


Modellbau:

Da ich mit Polyesterharz laminiere, habe ich zuerst die Form mind. 3 oder 4 mal mit Epoxyharz gestrichen (ohne Gewebe) damit das Styropor gut geschützt wird. Das nächste Bild zeigt das geschützte Styropor mit rosa gefärbtem Epoxyharz:


 
Dann wurde mit drei Schichten einer dicken Fiberglasmatte laminiert (> 400g/m²)


Zur Dosierung des Härters: es kommt auf das Harz und auf die Temperatur an, aber 1 bis 2 Vol.% ist die gute Größenordnung.


 

 


Nach Schleifen und Lakieren (einfach mit Harz) ist die Form bereit um als Modell für Kajakbau benützt zu werden:


 


Der eigentliche Kajakbau:

Ich habe das Modell mit drei Schichten Trennwachs und einer Schicht Trennlack eingelassen.

Dann wurde der Unterschiff laminiert, mit ca. 3 Vol.% Farbemittel (Tiger Abtön- und Volltonfarbe).


Da die Matte die zum Modellbau benützt wurde sehr dick ist und viel Harz saugt, habe ich entschieden, nicht mehr als eine Schicht für das Boot davon zu nehmen. Zusätzlich habe ich 4 Schichten 280g/m² Rowing Gewebe genommen.


 


  Das Deck nach Entfernung aus der Form.


 

Die 2 Teile wurden innen mit Bänder geklebt, die ich aus Rowinggewebe geschnitten habe. Man kann auch Band kaufen, aber ich wollte für innen einen breiteren Band haben (ca. 10 cm).

Das Bild zeigt das Boot nach dem Schleifen, gleich vor der Lakierung. Man sieht auch den Süllrand den ich um einen Gartenschlauch geformt habe, leider haben sich meine Stoffe nicht so gut formen lassen, ich habe nach der Laminierung mit Kleberband spannen müssen damit es halbwegs geformt wurde.


 


Hier gleich nach dem Lackieren, es glänzt noch ganz schön. Zu sehen ist auch das gekaufte Band, um auch von außen die zwei Teile zu kleben.


 

 

 

 

Hier das fertige Boot, mit Sitz und Griffe. Für den Sitzbau, bin ich ähnlich vorgegangen wie fürs Boot.


 

 

 

 

Es gibt weitere Bilder auf dieser Seite, in Kuchl: http://panipio.over-blog.com/album-357759.html  Sie wurden von Norbert Maier gemacht ( www.imageworld.at )

 

Das Material habe ich bei Farben Wolf (Margaretenstraße 124, Wien) gekauft. Sie haben Alles, und dazu eine gute Beratung!

 

Lesen Sie auch die weiterentwicklung dieses Projektes: Kajakbau unter Vacuum. 

 

Olivier. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Publié dans : Shape du Pani Piyo 2007
Lundi 26 février 2007 1 26 /02 /Fév /2007 10:42
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